Verwesung statt Verantwortung: Unhaltbare Zustände im Kindergarten Kapellenweg
Seit Wochen schwelt in Vorchdorf ein Skandal, der sich hinter den Mauern des Kindergartens Kapellenweg abspielt – im wahrsten Sinne des Wortes. Eltern und Angestellte schlagen Alarm: Nach einem bestätigten Rattenbefall ist der Kindergarten von einem intensiven Verwesungsgeruch durchzogen, der insbesondere aus dem Küchenbereich stammt. Trotz mehrfacher Hinweise und Beschwerden wird von Seiten der Gemeinde kaum etwas unternommen, um die Ursache – also die verwesenden Ratten zu beseitigen.
Eine Chronologie
Oktober 2025: Nach Sichtung von Nagern wird Alarm geschlagen. Der politische Verantwortungsträger ist informiert. Zu Beginn war jedoch noch unklar, um was es sich tatsächlich handelte. Nachdem Kotspuren im Küchenbereich gesichtet wurden, war jedoch bald klar, dass Ratten in das Gebäude eingedrungen sind.
02. Dezember 2025: Eine professionelle Begutachtung durch ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen bestätigt den Befall durch Ratten. Es wurden Kot- und Bissspuren festgestellt. Mechanische Maßnahmen wurden eingeleitet, eine Schließung der Einrichtung jedoch abgelehnt.
15. Dezember 2025: In einem Elternbrief wird beschwichtigt. Es sei „seit dem 9. Dezember kein neuer Befall festgestellt“, die Maßnahmen zeigen „nach derzeitigem Stand Erfolg“.
29. Dezember 2025: Laut Augenzeugenberichten wird lediglich für ein paar Stunden eine Reinigungskraft für eine „Grundreinigung“ geschickt. Diese beschränkte sich auf Böden und Türgriffe – die Gruppenräume wurden nicht gereinigt.
08. Jänner 2026: Im Gemeinderat wird die Situation offiziell thematisiert. Die Gemeinde bestätigt den Vorfall, verweist aber weiterhin auf die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen.
09. Jänner 2026: Eine besorgte Mutter berichtet von anhaltendem Verwesungsgeruch, sowohl in der Küche als auch in anderen Bereichen. Anstatt die Ursache zu beseitigen, wurden Duftbäume (!) aufgehängt, um den Gestank zu überdecken – mit dem Resultat, dass nun auch Kopfschmerzen durch die chemischen Gerüche auftreten.
15. Jänner 2026: Der Frust eskaliert. Die Betreuer*innen verzweifeln, Eltern sind entsetzt. In einem Telefonat zwischen Bürgermeister Mitterlehner und Liste FÜR Vorchdorf Obmann Albert Sprung wird seitens Mitterlehner sogar festgehalten, dass die Entfernung vermuteter Rattenkadaver „nicht geplant“ sei, da man bisher „nichts gefunden habe“. Bürgermeister Mitterlehner betont zwar, er sei mittlerweile täglich im Kindergarten vor Ort – doch die Realität bleibt ernüchternd: Anstatt die Ursache des Verwesungsgeruchs zu beseitigen, wird weiterhin auf bloße Symptombehandlung gesetzt. Luftreinigungsgeräte wurden aufgestellt, während der vermutete Kadaver weiter unbehelligt in den Wänden verwest. Besonders brisant: In der Gemeinderatssitzung wurde öffentlich verkündet, dass bereits eine Grundreinigung durchgeführt worden sei – eine Aussage, die sich nachweislich als falsch herausgestellt hat. Die nun angekündigte „richtige“ Grundreinigung entlarvt diese Darstellung als Täuschungsmanöver. Was als erledigt galt, war offenbar nie mehr als ein Alibi-Versuch, das Problem kleinzureden.
3. März 2026: Auf Anfrage der Liste FÜR Vorchsorf durch GV Albert Sprung wiederholte Bürgermeister Mitterlehner noch einmal, was bereits im Jänner per Telefon mitgeteilt wurde: Die Rattenkadaver sind nicht entfernt worden. Weiters wird von einer Freigabe des Kindergartens seitens der BH Gmunden gesprochen.
Zustände untragbar – Gesundheit der Kinder gefährdet
Was hier passiert, ist ein klarer Fall von organisatorischem und politischem Versagen. Die Gesundheit der Kinder sowie das Arbeitsumfeld der Angestellten werden ignoriert, um bloß keine unangenehme öffentliche Diskussion zu provozieren. Statt einer fachgerechten Ursachenbeseitigung wird der Gestank – und damit das Problem – einfach übertüncht. Die Auswirkungen sind dramatisch: Kopfschmerzen, Ekel, psychische Belastung – und nicht zuletzt das Risiko für Infektionen oder Allergien.
Dass man bei offensichtlichem Verwesungsgeruch nicht einmal bereit ist, eine gezielte Ortung und Entfernung des Kadavers durchzuführen, ist nicht nur unverantwortlich, sondern mutmaßlich fahrlässig. Ein Luftreinigungsgerät ersetzt keine Hygiene-Maßnahmen, schon gar nicht bei einem derart sensiblen Ort wie einem Kindergarten.
Forderung: Sofortmaßnahmen und politische Verantwortung
Wir fordern:
- Unverzügliche Ortung und Entfernung aller toten Tiere in den Wänden und Böden durch eine Fachfirma.
- Eine umfassende Grundreinigung des gesamten Kindergartens durch ein zertifiziertes Reinigungsunternehmen.
- Transparente Kommunikation mit den Eltern – keine weiteren Beschwichtigungsversuche.
- Prüfung durch die Bezirkshauptmannschaft, ob eine vorübergehende Schließung zur Gefahrenabwehr notwendig ist.
- Übernahme der Verantwortung durch die politischen Entscheidungsträger der Gemeinde – inklusive Rücktritte, sollte weiterhin Untätigkeit herrschen.
In Vorchdorf spricht man oft von ‚Gemeinschaft‘, ‚Transparenz‘, ‚Verantwortung‘ und vor allem ‚Wertschätzung gegenüber Gemeindemitarbeiter:innen. Doch was bedeutet das, wenn tote Ratten unentdeckt verwesen können, während Kinder in den betroffenen Räumen spielen und essen? Diese Situation ist auch für die Mitarbeiter des Kindergartens untragbar und es ist ein Prüfstein für die politische Integrität der Gemeindespitze. Wie viele Duftbäume braucht es noch, bis endlich jemand den Gestank der Verantwortungslosigkeit erkennt?
