Bildung & KulturNews

Chronologie Schulneubau Vorchdorf

Der Bildungscampus begann als ambitioniertes Vorzeigeprojekt mit starker Beteiligung und einer ursprünglichen Größenordnung von rund 10 bis 15 Millionen Euro. Danach folgten Jahre des Stillstands, unklarer Zuständigkeiten, fehlender Finanzierung und immer neuer Anpassungen. 2026 steht das Projekt endlich auf Schiene – allerdings mit Kosten von offiziell über 32 Millionen Euro.

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2013 – Die Idee entsteht
Ausgehend von Überlegungen zur inklusiven Schule entsteht in Vorchdorf die Idee eines Bildungscampus. Ziel ist ein gemeinsamer Bildungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – vom Kindergarten über Volks- und Mittelschule bis hin zu Musikschule, Otelo und weiteren Bildungsinitiativen.

2014 – Konzept, Beteiligung, Masterplan
Die Gemeinde holt externe Schulbau- und Beteiligungsexperten ins Boot. Es entsteht ein breiter Entwicklungsprozess mit Schulen, Kinderbetreuung, Betrieben und weiteren Bildungseinrichtungen. Laut Projektunterlagen war damals bereits ein Schulentwicklungsprozess gestartet worden, unterstützt durch die Kunstuniversität Linz und nonconform architektur vor ort. Das damalige Projektvolumen wurde mit rund 15 Millionen Euro dargestellt.

2014/2015 – Umsetzungsreif, dann aber Stillstand
2014 war das Projekt laut Rückblick so weit, dass ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden konnte. Danach geriet das Projekt ins Stocken. Ab 2015 wurden die Schulen offenbar immer wieder mit dem Satz vertröstet, es sei „alles auf Schiene“. Gleichzeitig wurden Erhaltungsmaßnahmen am bestehenden Schulkomplex auf ein Minimum reduziert.

2016/2017 – Geld wird angespart, aber gebaut wird nicht
In den Gemeindefinanzen taucht der Bildungscampus als Vorhaben auf. Für Architektenwettbewerb und Planungskosten wurden bis Ende 2017 bereits 930.000 Euro zugeführt bzw. angespart; für Wettbewerbsvorbereitung waren 2016 2.604 Euro angefallen. Ende 2017 standen für das Vorhaben Rücklagen von 280.641,58 Euro zu Buche.

2018 – Große Ankündigungen, große Finanzierungslücke
2018 wurde öffentlich noch von rund 10 Millionen Euro für den „Bildungscampus“ gesprochen; Die OÖN titelt in ihrem Artikel von 2018: „Für 10 Millionen Euro entsteht ein Bildungscampus“. Gleichzeitig zeigte der mittelfristige Finanzplan bereits ein Problem: Für die Errichtung des Bildungscampus fehlten laut Gemeinderatsprotokoll 7,2 Millionen Euro.

2019 – Planung ja, Umsetzung nein
Im März 2019 wurde die FHK Ingenieurbüro GmbH Wels mit der Haus- und Elektrotechnikplanung beauftragt: zunächst 44.200 Euro netto für die Einreichplanung, bei Realisierung insgesamt vorläufig 132.850 Euro netto. Im September 2019 wurde der Bildungscampus in der Prioritätenreihung zurückgestuft, weil ein Eigenmittelnachweis für ein Drittel der notwendigen Eigenmittel damals nicht möglich war.

2021 – Im Finanzplan nicht darstellbar
Im mittelfristigen Ergebnis- und Finanzplan 2022–2026 konnte das Projekt wegen fehlender Eigenmittel nicht regulär aufgenommen werden, sondern nur als Projektbeschreibung. In der Gemeinderatssitzung wurde festgehalten, dass der Bildungscampus aus damaliger Sicht bis 2026 nicht umgesetzt werden könne; es fehlten rund 3,6 Millionen Euro.

2022 – Kosten steigen, Gebäude altert weiter
In einem Artikelstellte 2022 der INVO.report fest, dass noch kein Kubikmeter Erde bewegt worden sei, die geschätzten Baukosten aber von rund 10 Millionen Euro im Jahr 2015 auf über 20 Millionen Euro im Jahr 2022 gestiegen seien. Gleichzeitig war die ursprüngliche Planung teilweise bereits von der Realität überholt, etwa durch geänderte Klassenzahlen und neue Anforderungen an Betreuung und Ausspeisung.

2023 – Wieder Bewegung, aber noch keine Klarheit
Im August 2023 wird im Gemeinderat berichtet, dass Pläne überarbeitet und von der Bildungsdirektion grundsätzlich gutgeheißen worden seien; zusätzlich müssten nun auch die Turnhallen berücksichtigt werden.

Dezember 2023 – Neuer Zeitplan: Baustart Sommer 2025
Ende 2023 gibt es eine konkrete Perspektive: Beginn des Umbaus im Sommer 2025, Volksschule ab Herbst 2025 in Containern im Pfarrgarten, später die Mittelschule. Einschließlich Container wurden damals bereits Gesamtkosten von rund 30 Millionen Euro genannt. In der Gemeinderatssitzung vom 12. Dezember 2023 wurden außerdem Teilrechnungen beschlossen: 36.000 Euro für Vorentwurf und 15.840 Euro für Zusatzplanung der Containerschule.

2025 – Ausweichquartier und Technik werden konkret
Bereits Ende 2024 war der Dorfspitze klar, dass aus dem für Sommer 2025 geplanten Sart doch nicht s wird. Kommuniziert wird das aber erst auf massivem Druck (Anfrage im Gemeinderat) der Liste FÜR Vorchdorf Anfang 2025. Im Oktober 2025 beschließt der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Ausschreibung der Leistungen für das Ausweichquartier, sobald die Freigabe der Bildungsdirektion vorliegt. Gleichzeitig zeigt sich bei der technischen Gebäudeausrüstung eine massive Kostenentwicklung: Die ursprünglichen geschätzten Herstellungskosten von 2.151.700 Euro steigen im aktualisierten Ansatz auf 5.789.528 Euro; daraus ergibt sich alleine ein „Honorar-Delta“ von 150.696,58 Euro netto.

Jänner 2026 – Finanzierungsplan Containerschule
Für die 1. Etappe, also die Containerschule bzw. das Ausweichquartier, werden Gesamtkosten von 3.576.000 Euro brutto anerkannt. Nach Abzug eines angenommenen Wiederverkaufswertes der Container werden 2.820.000 Euro als förderbare Kosten anerkannt.

Jänner 2026 – Neuer Zeitplan bis Sommer 2029
Der neue Ablauf sieht vor, dass das Ausweichquartier Anfang Juli 2026 fertiggestellt werden soll. Die Volksschule soll mit Schulbeginn in die Container übersiedeln. Die Sanierung des Volksschultrakts soll im 1. Quartal 2027 starten, der Mitteltrakt in den Sommerferien 2027 abgerissen werden. Abschluss aller Arbeiten: Sommer 2029. Die Gesamtkosten wurden zu diesem Zeitpunkt mit 32,2 Millionen Euro inklusive Ausweichquartier dargestellt.

März 2026 – Auftragsvergabe Container
Der Gemeinderat beschließt einstimmig die Auftragsvergabe für das Ausweichquartier. Der Auftragswert für die Container liegt bei rund 2,7 Millionen Euro; Bestbieter ist Swietelsky, ermittelt im Auftrag der Gemeinde durch Planarium.

Mai 2026 – Hauptfinanzierung beschlossenHöchste Summe der Vorchdorfer Gemeindegeschichte
Am 12. Mai 2026 wird der Finanzierungsplan für den Bildungscampus inklusive Landesmusikschule beschlossen. Die Errichtungskosten für alle Funktionsbereiche werden mit 28.609.619 Euro brutto angegeben. Zusätzlich zur bereits beschlossenen Containerschule ergibt sich damit eine offiziell belastbare Projektsumme von mindestens 32.185.619 Euro brutto.

Die beschlossene Summe ist damit die höchste , die der Vorchdorfer Gemeinderat je beschlossen habe. Gleichzeitig werden Architekturleistungen, Projektsteuerung durch Planarium, Zusatz zur Containerausstattung sowie Haus- und Elektrotechnik behandelt. Die Fördermittel sollen rund 17,4 Millionen Euro betragen, die Gemeinde muss rund 4,6 Millionen Euro aus Eigenmitteln beisteuern; das Projekt bleibt durch Zwischenfinanzierungen bis 2037 in den Büchern.

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